| 13.25 Uhr

Bethesda: Praxistest ein voller Erfolg

Bethesda: Praxistest ein voller Erfolg
Alle Aufgaben auf der Station wurden von den Auszubildenden des Oberkurses selbstständig erledigt- unterstützt von examinierten Pflegekräften und Praxisanleitern. FOTO: Bethesda
Mönchengladbach (ari). Auszubildenden zum Gesundheits- und Krankenpfleger leiten im Evangelischen Krankenhaus Bethesda der Johanniter eine Station. Von Angela Rietdorf

Die Auszubildenden nehmen die Patienten auf, versorgen sie pflegerisch, organisieren den Alltag auf der Station, erstellen den Dienstplan, begleiten die Visiten, koordinieren die Termine der Patienten in den Funktionsabteilungen und bereiten die Unterlagen für die Entlassung vor – alles ganz normale Tätigkeiten examinierter Pflegekräfte in einem Krankenhaus. Das Besondere in diesem Fall: alles wird von A bis Z von Auszubildenden geleistet. Im Evangelischen Krankenhaus Bethesda leiten sie eine Woche lang eigenverantwortlich eine Station.

Es sind sechzehn Auszubildende des Oberkurses des Schulzentrums für Gesundheitsberufe am Niederrhein (SGN), die selbstständig auf der Station 11 des Bethesda arbeiten. Im Herbst werden sie ihre Prüfung ablegen. Jetzt können sie schon mal ausprobieren, wie es sich anfühlt, Verantwortung zu tragen und Entscheidungen zu fällen. Aber sie sind natürlich noch nicht ganz auf sich gestellt: im Hintergrund behalten examinierte Pflegende die Schülerinnen und Schüler im Auge und geben Tipps, wenn nötig. Auch Praxisanleiter sind vor Ort und leisten die notwendige Unterstützung. Aber so viel Hilfe ist gar nicht nötig. „Ich bin erstaunt, wie viel sie alle schon können“, sagt Anja Düring, die für die Leitung der Station verantwortlich ist und das Pilotprojekt begleitet.

Rundum begeistert vom einwöchigen Praxistest sind die Auszubildenden. „Diese Erfahrungen sind Gold wert“, findet Pflegeschülerin Urte Pietsch. „Wir erleben den gesamten Ablauf, managen alles und merken, dass es klappt.“ Mitschülerin Stephanie Schommer macht ebenfalls nur positive Erfahrungen. „Wir finden uns hier auch als Team, lernen Führung zu übernehmen und Aufgaben zu delegieren“, fasst sie zusammen.

Andreas Bernard, Lehrer am SGN und Leiter des Projekts, begleitet die Auszubildenden und ist von dem Ansatz überzeugt: „Es ist eine hervorragende Vorbereitung auf die Praxis.“ Nach dem einwöchigen Einsatz wird ausgewertet: Patienten, Pflegekräfte, Ärzte und die Schüler selber bewerten die Leistung. Die Rückmeldung der Schüler ist bisher einhellig: alle wünschen sich einen längeren Einsatz. „Zwei Wochen wären toll“, sagt Urte Pietsch. „Ich gehe davon aus, dass wir dieses Projekt als festen Bestandteil der Ausbildung implementieren“, sagt Pädagoge Andreas Bernard.

(Report Anzeigenblatt)