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Das DRK-Haus am Volksgarten hat mit aufwendigen Umbauten eine Tagespflege eingerichtet
Dem Tag eine Struktur geben

Das DRK-Haus am Volksgarten hat mit aufwendigen Umbauten eine Tagespflege eingerichtet: Dem Tag eine Struktur geben
„Ich bin mir sicher, dass die Leute sich hier wohlfühlen“, sagt Heimgeschäftsführer Fahim Aziz Safi.
Mönchengladbach (um). Vis à vis vom Volksgarten ist aus dem alten Schwimmbad des DRK-Hauses eine nagelneue Tagespflege-Einrichtung entstanden. Hier können Senioren schon bald als Tagesgäste ganz nach ihrem Geschmack Zeit verbringen. Von Ulrike Mooz

Der Fußboden in Holzoptik, der Aufenthaltsraum mit schicker weiß-grauer Küche mit Kochinsel, die Kombination von weißem Kunststoff und honigfarbenem Holz, sanft beleuchtende Deckenstrahler, bequeme Stühle mit Polstern in frischem Türkis, ein großer Flachbildfernseher – die neue Tagespflege des DRK-Hauses am Rand des Volksgartens wirkt hell, luftig und frisch. „Wir durften hier vieles selber entscheiden. Entsprechend gefällt es uns sehr sehr gut“, schwärmt Heimgeschäftsführer Fahim Aziz Safi. Die neue Tagespflege besteht aus zwei Aufenthaltsräumen, drei Toiletten (eine mit Dusche), dem Ruheraum, einem Büro, einem großen Physiotherapieraum und einem Außenbereich mit Terrasse.

Mehr als 15 Jahre hatte das alte Schwimmbad des Hauses hier wasserlos brach gelegen. „Wir hatten immer mal darüber nachgedacht, betreutes Wohnen oder eine Gemeinschaftspraxis einzurichten“, sagt Aziz Safi. Jetzt ist aufwendig umgebaut worden, damit hier in Zukunft Senioren und Seniorinnen und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen Pflege und Betreuung nach Bedarf bekommen können. Ziel sei dabei die Förderung und Erhaltung der Selbstständigkeit ihrer Gäste, sagt Fahim Aziz Safi. Die Tagesgäste seien hier nur tagsüber und würden weiterhin zu Hause wohnen. Vor allem soll ihr Tag durch die Tagespflege eine Struktur bekommen, indem die Gäste zusammen kochen, backen, Sitzgymnastik oder Yoga machen, an der Musiktherapie teilnehmen, zusammen singen, sich zu Zeitungsrunden treffen oder im Volksgarten spazieren gehen. Alles das ist möglich – wenn Interessenten da sind. „Die Gäste sollen mitentscheiden. Wenn einer einfach nur da sitzen und ausruhen möchte, kann er das natürlich auch tun“, sagt der Heimgeschäftsführer. Dekoriert ist noch nicht in den nagelneuen Räumen, denn auch dabei sollen die zukünftigen Gäste selbst mit Hand anlegen.

Besonders stolz ist Aziz Safi auf die Idee mit der Kochinsel. „Man steht nicht mit dem Rücken zu den Gästen“, sagt er, und in seiner Fantasie sieht er schon die Gäste alle mit an der Insel stehen und mitkochen.

Zur Zeit wird noch eine dritte barrierefreie Toilette eingebaut und auch die rollstuhltaugliche Terrasse ist noch nicht ganz fertig. Am 12. Dezember war offizielle Einweihung. Aus der Nachbarschaft haben sich schon einige Leute in der neuen Einrichtung umgesehen und waren ausnahmslos begeistert. Zwei feste Anmeldungen gibt es bereits. Platz ist für 15.

Die neue Tagespflege wird mit zweieinhalb Stellen besetzt sein, die das DRK zusätzlich einrichtet – erfahrene Altenpfleger mit pädagogischen Zusatzkenntnissen. „Es geht hier weniger um die Pflege an sich, als darum, dem Tag eine Struktur zu geben, die Leute zu motivieren, etwas zu unternehmen, sich zu bewegen und den Angehörigen mal eine Pause zu gönnen“.

Rund 500 000 Euro sind für den Umbau in die Hand genommen worden, schätzt Fahim Aziz Safi, der die endgültigen Zahlen noch nicht kennt. Einen Teil der Kosten hat die Fernsehlotterie übernommen

(Report Anzeigenblatt)