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Der Tod gehört zum Leben

Der Tod gehört zum Leben
Das Palliativ Netz unterstützt Schwerstkranke und Angehörige.
Mönchengladbach. Zuhause sterben und möglichst ohne Schmerzen, das wünschen sich die meisten Schwerkranken. Das Palliativ Netz Mönchengladbach trägt mit seinen Ehrenamtlern dazu bei, Sterbenden und Angehörigen diesen letzten Wunsch zu erfüllen. Von Ulrike Mooz

Eigentlich sind sie Konkurrenz, aber wenn es darum geht Sterbenden und ihren Angehörigen Erleichterung zu verschaffen, dann arbeiten sie Hand in Hand - das Deutsche Rote Kreuz (DRK), der Caritasverband und der Verein Wegbegleiter. Mit einem Stamm von 120 Ehrenamtlern stehen sie Menschen zur Seite, die vom Tod gezeichnet oder Angehörigen, die am Ende ihrer Kräfte sind.

„Die Aufgaben sind so vielfältig, wie das Leben selbst“, sagt Daniela Knothe, Koordinatorin des Hospizdienstes Wegbegleiter, und die Sterbenden durchaus nicht nur alte Menschen. Manchmal geht es um ganz praktische Hilfen, wie einkaufen oder Möbel rücken, manchmal um Organisatorisches, wie die Überführung in ein Hospiz, oder um Beratung, und ganz oft hören Ehrenamtler auch einfach nur zu oder es hilft schon, wenn sie nur da sind. Immer aber ist die Hilfe kostenlos „und unabhängig davon, ob man Kunde eines Pflegedienstes ist, oder nicht“, sagt Conny Wolff, Koordinatorin der ambulanten Palliativ- und Hospizversorgung beim DRK.

Ein einfaches Ehrenamt ist die Sterbebegleitung nicht. „Man muss den Anblick von Wunden, Gerüche, die terminale Unruhe, die viele Sterbende befällt, oder die Verzweiflung der Angehörigen ertragen können“, so Wolff, und die Ehrenamtler seien zunächst alleine mit der Situation, könnten nicht mal eben auf den Flur laufen und die Schwester holen.

Um mit all dem klar zu kommen, werden sie 100 Stunden geschult, bekommen Supervision und Unterstützung, wenn ihnen eine Situation „nachläuft“.

Das Bedürfnis nach einem solchen Ehrenamt wird oft durch eine Erfahrung aus der eigenen Familie ausgelöst oder weil Menschen, die viel Glück hatten, etwas zurück geben möchten. „Die Erfahrungen, die man macht, sind ein Geschenk an sich selbst“, sagt Daniela Knothe, „der Tod gehört zum Leben“.

(Report Anzeigenblatt)