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Diabetes kann auf die Augen gehen

Diabetes kann auf die Augen gehen
Chefarzt Dr. Detlef Saric (l.), Augenklinik-Leiter Dr. Maurice Schallenberg (Mitte), Augenärztin Dr. Cordula Hörster, Patient Eckhardt Knappe (Mitte) und Manfred Meyer, Mitglied im Vorstand des Blindenvereins, warnten davor, drohende Augenschäden bei Diabetes auf die leichte Schulter zu nehmen. FOTO: Andreas Baum
Im. Krankenhaus Bethesda arbeiten in Sachen Diabetes die Ärzte aus verschiedenen Fachabteilungen eng zusammen. Dass Diabetes auch Augenschäden verursachen kann und dass Gefährdete sich rechtzeitig untersuchen lassen sollten, darüber klärten die Ärzte jetzt in einem Pressegespräch auf. Von Ulrike Mooz

Mönchengladbach

Eckhard Knappe ist seit 20 Jahren Diabetiker. Wie die meisten seiner Leidensgenossen mit Diabetes Typ 2, war er früher viel zu dick. Eine weitere Erkrankung hat ihn 43 Kilo abnehmen lassen. „In dem Sinne hatte die Krankheit auch was Gutes“, meint er im Nachhinein. Knappe hat durch Diabetes Probleme mit den Beinen und auch mit den Augen. Dank der Augenklinik Dr. Cordula Hörster und Dr. Bernd Hörster, die eng mit dem Krankenhaus Bethesda zusammen arbeitet, sieht er aber wieder besser.

„In den 50er Jahren sind alle Diabetiker irgendwann erblindet“, sagt Privat-Dozent Dr. Maurice Schallenberg, Leiter der Augenklinik im Bethesda. Heute dagegen gäbe es noch viele Optionen, etwas zu tun, wenn die Augen durch Diabetes in Mitleidenschaft gezogen würden. Diabetische Retinopathie, das Makula-Ödem und der graue Star entstehen durch Blutgefäßschädigung bei Diabetes. Die Medizin hat heute einige Möglichkeiten, durch Medikamente, Laser-Therapie und Operationen, vor allem aber durch die rechtzeitige Untersuchung des Augenhintergrundes, das Schlimmste abzuwenden und die Situation zu verbessern.

16 von 100 000 Diabetikern würden aber auch heute noch erblinden, so Dr. Detlef Saric, Diabetologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik II im Bethesda. Beim Typ II, der meistens mit falscher Ernährung, zu wenig Bewegung und Fettleibigkeit einher gehe, sei es in der Regel mit der medizinischen Therapie nicht getan. Eine Verhaltenstherapie müsse dafür sorgen, dass die Betroffenen ihr Leben änderten. Doch da gäbe es oftmals lange Wartezeiten und auch mangelnde Einsicht der Betroffenen.

Im Bethesda arbeiten zur rechtzeitigen Erkennung von Diabetes-Symptomen Gefäßmediziner, Augenärzte, Diabetologen, Kardiologen und Nephologen (Nierenexperten) eng zusammen, tauschen sich über die Fälle aus.

(Report Anzeigenblatt)