| 14.42 Uhr

Einmalig in der Region

Einmalig in der Region
Prof. Dr. med. Johannes Jost und Prof. Dr. med. Olaf Horstmann mit der Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für Bauchwandbrüche. FOTO: Städtische Kliniken
Mönchengladbach. Am Elisabeth-Krankenhaus gibt es jetzt ein Kompetenzzentrum für Bauchwandbrüche. Die Städtischen Kliniken bieten damit eine in der Region einmalige Versorgung an. Von der Redaktion

„Die 3-D-Technik macht es mir einfach, im Körper zu knoten.“ Dieser beinahe lapidar vorgetragene Satz des Chefarztes der Allgemein-, Viszeral- und Endokrinen Chirurgie am „Eli“ Prof. Dr. Olaf Horstmann, verrät zweierlei: Zum Einen ist die medizinische Ausstattung des etablierten Hernienzentrums an den Städtischen Kliniken auf dem modernsten Stand. Zum Anderen erfüllt das Elisabeth-Krankenhaus die Anforderungen für die Zertifizierung zum Kompetenzzentrum relativ locker. Aber das ist nicht das Entscheidende, so Prof. Horstmann: „Die Hochstufung zu diesem, in der Region einmaligen Zentrum belegt, dass wir unseren Patienten eine höchstmögliche Qualität und damit auch Sicherheit bieten.“

Am Eli werden nach seiner Einschätzung etwa ein Drittel aller stationären Hernienpatienten in der Stadt, versorgt: „Vereinfacht gesagt ist die Hernie ein Eingeweidebruch, der durch eine Schwachstelle der Bauchwand entsteht. Dadurch können die Organteile des Bauchraums nach außen vorfallen, wodurch eine sackartige Ausstülpung entstehen kann. Obwohl Eingriffe wegen eines Bauchwandbruches im Allgemeinen zu den Routineeingriffen geringeren Schwierigkeitsgerades zählen, hat sich das Spektrum in den letzten Jahres erheblich verändert, so dass die Anforderungen an den behandelnden Chirurgen deutlich gestiegen sind.“ Mehrere Jahre waren am Elisabeth-Krankenhaus nötig, um vom Hernienzentrum zum Kompetenzzentrum Hernie hochgestuft werden zu können, so der Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Endokrinen Chirurgie: „Die erste Stufe haben wir dann vor einem Jahr geschafft. Die gleichbleibende Qualität unserer Arbeit muss über mindestens zwei Jahre nachgewiesen werden.“ Um die Überprüfung durch den Auditor bestehen zu können, „war die gesamte Abteilung in der Vorbereitung einbezogen, auch das Qualitätsmanagement.“

Der erfahrene Chirurg macht die Vielschichtigkeit der Fragestellungen an einem Beispiel deutlich: „Natürlich kann es zu Wundinfektionen kommen. Wenn sich diese Fälle aber häufen, muss ich die Arbeitsabläufe überprüfen. Warum hat man wo das Problem? Wie müssen wir unser Handeln ändern, um die Prozesse weiter optimieren zu können.“

Für Professor Dr. Johannes Jost von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat der Zertifizierungsprozess vor allem ein Ziel: „Nur wenn wir die Qualität der Arbeit transparent machen können, werden wir das Vertrauen der Menschen dauerhaft gewinnen.“ Daher sei es unabdingbar, dass möglichst viele Patienten ein Jahr nach dem Eingriff noch einmal untersucht werden: „Die Nachuntersuchungsquote muss bei mindestens 70 Prozent liegen.“ In einer Datenbank, in die alle Informationen aller Hernienzentren gesammelt werden, können die einzelnen Kliniken ablesen, wo sie im Vergleich stehen. Kriterien bei der Zertifizierung sind neben der angesprochenen Quote bei den Nachuntersuchungen: wie ist die Struktur der jeweiligen Einheit? Stimmen die Prozesse? Wie ist es um die technische Ausstattung bestimmt?

Operationen wegen eines Bauchwandbruches werden in Deutschland jährlich bei etwa 350 000 Patienten ausgeführt, diese Eingriffe zählen damit zu den häufigsten im Fachbereich der Chirurgie. Unter den vielen Hundert Kliniken in Deutschland gibt es derzeit etwa 65 Kompetenzzentren für die Versorgung von Bauchwandbrüchen.

(Report Anzeigenblatt)