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Gut betreut den ganzen Tag

Gut betreut den ganzen Tag
Michaela Kliem beim Einsatz mit den Bewohnern der Einrichtung. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Um den Wünschen älterer Menschen gerecht zu werden und auch der Politik Rechnung zu tragen, hat das Diakonische Werk Mönchengladbach nun im Otto-Zillessen-Haus an der Ludwig-Weber-Straße eine Tagespflege mit 16 Plätzen eingerichtet. Von Yvonne Simeonidis

In den ehemaligen Räumlichkeiten der Verwaltung im Erdgeschoss des Otto-Zillessen-Hauses ist in nur vier Monaten Bauzeit für 370 000 Euro eine moderne Tagespflege entstanden, in der ältere, demenziell veränderte, hilfs- und pflegebedürftige Menschen professionell betreut werden. "Mit der Tagespflege runden wir unser Angebot ab", erklärt Heinz Herbert Paulus, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes in Mönchengladbach. Denn: Im Gebäude sind bis dato bereits eine stationäre Altenpflege, Kurzzeitpflege und 24 Servicewohnungen untergebracht. Die Einrichtung im Otto-Zillessen-Haus ist die erste Tagespflege eines evangelischen Trägers in der Stadt. "Der Standort hier mitten in der Stadt am Bethesda Krankenhaus ist ideal", ist Paulus überzeugt. Wie vor 13 Jahren, als die Diakonie auf der Ehrenstraße in Neuwerk Vorreiter im Bereich Servicewohnungen war, ist sie auch heuer bei den ersten, die in Mönchengladbach die Tagespflege anbieten.

"Es ist noch nicht lange her, da war es so, dass sich die Tagespflege weder für die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen noch für die Träger gerechnet hat", blickt Paulus zurück, "das ist heute Gott sei Dank anders. Die Menschen möchten einfach so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld bleiben."

Man merkt den Räumen an: alles ist flammneu. Beim Gang den Flur hinunter – breit genug für Rollstuhl und Rollator und überall mit einem Handlauf versehen – kommt man an einer großen Pinnwand mit den täglichen Programmpunkten vorbei. "Das sind erstmal Vorschläge von unserer Seite", erklärt Einrichtungsleiterin Christiane Ruf, "wenn unsere Kunden sich lieber eine Skatrunde oder einen Computerkurs wünschen, werden wir das auch einrichten."

In jedem Fall ist immer was los. In der hochmodern eingerichteten Küche mit unterfahrbarem Herd wird gemeinsam gekocht, gebacken und mehr. Für die stille Minute zwischendurch gibt es zwei Ruheräume, in denen man sich in gemütliche Ohrensessel zurückziehen kann. Außerdem gibt es zwei Gruppenräume, ein großes Bad mit behindertengerechter Dusche und Toilette. Auch ein Medikamentenschrank und ein Behandlungsraum stehen zur Verfügung, wo Schwester Elke Carl und ihre Vertretung Sarah Päffgen behandlungspflegerische Maßnahmen durchführen können. Ganz wichtig: Es ist immer eine Fachkraft vor Ort.

Von der Küche geht es direkt in den großzügig angelegten Garten, der für Spaziergänge über einen direkten Zugang zum Zentralfriedhof verfügt. "Hier können sich die Gärtner unter unseren Gästen am Hochbeet austoben oder ein paar Sonnenstrahlen genießen", freut sich Christiane Ruf.

Die Tagespflege soll auch als Treffpunkt fungieren für die anderen Bewohner des Hauses. "Wir möchten, dass die Menschen ins Gespräch kommen, sich kennenlernen", betont Ruf. Dazu wird auch die ein odere andere gemeinsame Aktivität geplant.

Die Diakonie ruht sich aber nicht aus. Für ihren Standort in Neuwerk ist geplant, im kommenden Jahr einen neuen Gebäudekomplex zu errichten, der ebenfalls Tages-, Kurz-, Langzeitpflege und Servicewohnungen integriert.

(Report Anzeigenblatt)