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Gute Konjunktur steigert Fehlzeiten

Gute Konjunktur steigert Fehlzeiten
In der Vitusstadt wurden im vergangenen Jahr 48  504 Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ausgestellt. FOTO: Tim Reckmann/pixelio.de
Mönchengladbach. Einmal jährlich präsentiert die AOK die Arbeitsunfähigkeitsdaten für ihre Mitglieder. In Mönchengladbach stieg die Zahl der krankheitsbedingen Fehltage. Erstmals seit sieben Jahren sank aber der Langzeit-Krankenstand. Von David Friederichs

Je besser sich die konjunkturelle Lage darstellt, umso höher ist die krankheitsbedingte Ausfallquote – diese Erfahrung macht Gregor Mertens seit Jahren. Als stellvertretender Leiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF), einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der AOK Rheinland/Hamburg, analysiert er jedes Jahr den Krankenstadt der in Mönchengladbach versicherungspflichtig beschäftigten AOK-Mitglieder.

„Wenn die Leute sich weniger Sorgen um ihren Job machen müssen, fehlen sie häufiger“, so Mertens. In Mönchengladbach musste er auch im vergangenen Jahr einen erneuten Anstieg des Gesamtkrankenstands feststellen. Allerdings war dieser Anstieg nicht, wie in den Jahren zuvor, am Langzeit-Krankenstand festzumachen, sondern an den Ausfallzeiten bis zu sechs Wochen.

„Aufgrund der Grippewelle im ersten Quartal 2015 sind deutlich mehr Arbeitnehmer kurzfristig ausgefallen“, erläutert Mertens. Auf der anderen Seite sank die Zahl der Langzeit-Kranken, also derjenigen, die mehr als sechs Wochen nicht zur Arbeit gehen konnten, erstmals seit sieben Jahren (1,8 auf 1,72 Prozent). Die durchschnittliche Genesungszeit lag in Mönchengladbach bei 11,9 Kalendertagen und damit knapp unter dem Wert für das gesamte Rheinland (12,34).

Ebenfalls positiv war der Rückgang der Fehltage bei psychischen Störungen. Zwar stieg auch hier die Fallzahl von 13,3 auf 14,0, die Fehlzeiten aber verringerten sich um fast zwei Kalendertage auf 27,8. Während Mertens dabei von einer „Momentaufnahme“ sprach, wollte sich AOK-Regionaldirektor Heinz Frohn diese Ergebnis gleich einrahmen.

„Wir arbeiten seit Jahren an der Verbesserung der Netzwerkarbeit in Mönchengladbach im Bereich psychischer Erkrankungen“, so Frohn. Nun sei man gefordert, diesen Trend zu bestätigen. Gerade im Bereich der psychischen Erkrankungen müsse man je nach Art eine entsprechende Therapie anbieten, nicht jeder Fall sei gleich.

Wichtig seien auch die Bereiche betriebliche Gesundheitsförderung und betriebliches Gesundheitsmanagement. Viele Mönchengladbacher Unternehmen würden diesem Bereich ein hohes Maß an Beachtung und Aufmerksamkeit entgegenbringen. Beispielhaft hervorgehoben wurde hierbei die Sozial Holding Mönchengladbach, die im vergangenen Jahr einen Preis für das nachhaltigste betriebliche Gesundheitsprojekt erhalten habe.

Auch die Krankenkassen sind seit Inkrafttreten der Präventionsgesetztes im Juli 2015 dazu verpflichtet, jährlich sieben Euro pro Mitglied für Präventionsmaßnahmen bereitzustellen. „Es ist zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber immerhin eine Verdopplung der bisherigen Beträge“, sagt Frohn.

(Report Anzeigenblatt)