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Bethesda-Arzt reist erneut nach Südamerika, um Kinder zu operieren
Hilfe für 101 peruanische Kinder

Mönchengladbach (ari). Zum fünften Mal reist Prof. Johannes Hidding mit einem Bethesda-Team nach Peru, um Kinder mit Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte zu operieren. Von Angela Rietdorf

Die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte, im Volksmund Hasenscharte und Wolfsrachen genannt, ist nicht nur ein optisches Problem, sondern beeinträchtigt die Lebensqualität der Betroffenen massiv: die Sprachfähigkeit kann genauso eingeschränkt sein wie die Möglichkeit, Flüssigkeit oder Nahrung aufzunehmen. In Deutschland wird diese angeborene Fehlbildung früh operiert und stellt dann kein Problem dar. Anders in Peru, wo die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte wesentlich häufiger auftritt, aber die Menschen in den entlegenen Andentälern keinen Zugang zur medizinischen Versorgung haben.

Hilfe kommt aus Deutschland. Zum fünften Mal reiste Professor Dr. Johannes Hidding mit einem Team des Evangelischen Krankenhauses Bethesda der Johanniter nach Peru, um dort Kinder unentgeltlich zu operieren. 101 Kinder konnten diesmal interdisziplinär von Teams aus Mönchengladbach, Solingen und Würzburg behandelt werden. Die Kinder und ihre Eltern werden in Zusammenarbeit mit dem im Norden Perus gelegenen Bistum Huamachuco von Bischof Sebastian informiert, an einem zentralen Ort gesammelt und mit dem Bus nach Lima gebracht. Zuvor haben die Familien schon bis zu achtstündige Fußwanderungen hinter sich gebracht. In Lima wartet das Mönchengladbacher Team auf sie, die Kinder werden operiert und noch für einige Zeit in einem nahe gelegenen Kloster untergebracht, wo auch ihre Familien wohnen können. Bei den Operationen steht Professor Hidding stets ein peruanischer Arzt als Assistent zur Seite, der so in die Behandlung eingebunden ist und eine eventuelle Nachsorge übernehmen kann. Nach einer Woche können die Kinder und ihre Eltern wieder nach Hause entlassen werden. Die Familien meist indianischer Herkunft sind sehr dankbar für die Hilfe. „Eine Familie hat eine zwölfstündige Reise auf sich genommen, nur um sich für die Operation, die vor zwei Jahren stattgefunden hat, zu bedanken“, erzählt Hidding.

Drei Wochen sind die Teams vor Ort und behandeln täglich bis zu fünfzehn Kinder. Instrumente, Verbands- und Spezialmaterial werden mitgebracht, andere Medikamente vor Ort gekauft. Die Kosten übernimmt die von Prof. Hidding gegründete Stiftung Beja Flor (www.Bejaflor.de). Der nächste Einsatz ist schon fest geplant: 2016 geht es wieder nach Peru.

(Report Anzeigenblatt)