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Hilfe für Bangladesch

Hilfe für Bangladesch
Dr. Christian Schmitz und Dr. Gergely Pataki mit Hasnat Mia bei Voruntersuchungen in Bangladesch. FOTO: For Bangladesh e.V.
Mönchengladbach. Der Mönchengladbacher Verein „For Bangladesh e.V.“ schenkt Verbrennungsopfern aus Comilla neuen Lebensmut. Hochkarätiges Team aus sieben Ärzten und drei OP-Schwestern kehrt morgen zurück. Von Susanne Baum

Als Anfang Februar bei einem Brandanschlag auf einen voll besetzten Reisebus im ostbengalischen Bezirk Comilla sieben Menschen getötet und 16 weitere größtenteils schwer verletzt wurden, erreichte den Vorsitzenden des Mönchengladbacher Vereins „For Bangladesh“, Hasnat Mia, ein Anruf aus seinem Geburtsland: „Könnt ihr helfen?“ Sie konnten! Innerhalb kürzester Zeit gelang es dem Verein Dank enger Kooperation mit INTERPLAST Germany und INTERPLAST Hungary ein hochqualifiziertes Team aus sieben Ärzten und drei OP-Schwestern zu stellen, die seit dem 3. April für insgesamt 10 Tage versuchen, in der Bangabandhu Sheikh Mujib Medical University (BSMMU) durch plastische und rekonstruktive Operationen das Leid der Verbrennungsopfer maßgeblich zu lindern. Für die ärztliche Leitung konnte erstmalig der Chefarzt der Plastischen Chirurgie des BGU Duisburg und international bekannte Spezialist für Schwerbrandverletzungen, Professor Dr. Heinz-Herbert Homann, gewonnen werden: „Dadurch dass die Operationen per Video und Ton in die Hörsäle der Universität übertragen und kommentiert werden, können wir nicht nur akut helfen, sondern durch das Aufzeigen neuer Operationstechniken auch nachhaltig die Aus- und Weiterbildung der einheimischen Fachärzte, Chirurgen und Studenten unterstützen“, erklärt Hasnat Mia. Auch sonst geht das Engagement des 2011 durch eine private Initiative gegründeten Vereins weit über die medizinische Vorortversorgung hinaus. So konnten in den letzten Jahren über 500 Kilo Medikamente und sogar 100 von der Helios Klinik Krefeld gespendete Klinikbetten nach Bangladesch verschickt werden. Nicht nur deshalb genießt der mit zehn Mitgliedern verhältnismäßig kleine Verein in Bangladesch selbst in hohen Regierungskreisen große Anerkennung. „Dabei begann alles vor vier Jahren aus dem einfachen Wunsch heraus, helfen zu wollen“, erzählt Mitbegründerin Katja Kerkow. Die aus deutschen, ungarischen und bengalischen Ärzten sowie Juristen und Unternehmern bestehende Vereinigung setzt sich seitdem zum Ziel, in Eigeninitiative und ohne großen Verwaltungsaufwand durch ihre jeweiligen Fähigkeiten direkte Hilfe zu leisten. Insbesondere die Ärzte arbeiten hierbei ehrenamtlich, so dass keine Verwaltungskosten anfallen. Auch die Familien der Vereinsmitglieder unterstützen, wo sie können, so auch Peter Schmitz und Christa Schmitz-Hohenstein, die im Headoffice des Vereins unermüdlich Termine koordinieren und Schriftstücke aufsetzen. Durch das ehrenamtliche Engagement und die Selbstverwaltung des Vereins kommen daher alle Spenden unmittelbar den Menschen in Bangladesch zu Gute – Spenden, die der Verein weiterhin nötig braucht, um auch zukünftig den Menschen in Bangladesch schnelle medizinische Hilfe bieten zu können.

(Report Anzeigenblatt)