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Im Eli gilt: „We are family“

Im Eli gilt: „We are family“
Chefarzt Dr. Harald Lehnen, Nicole Schmelcher-Fabri, Leiterin der Elternschule, Hebamme Melanie Liedmann, Schwester Antonia und Prof. Dr. Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Kinderklinik in einem der insgesamt fünf Kreißsäle der Geburtsklinik. FOTO: Isabella Raupold
Rheydt. Die Geburtsklinik der Städtischen Kliniken Mönchengladbach ist erneut die geburtenstärkste Klinik in Nordrhein-Westfalen. Im letzten Jahr erblickten im Eli 2 373 neue Erdenbürger das Licht der Welt. Von Christina Reineke

2011 war das Elisabeth Krankenhaus in Rheydt die neuntstärkste Geburtenklinik in Nordrhein-Westfalen. Immerhin in den Top Ten, aber es war noch Luft nach oben. Dank des damals schon geplanten Baus der Mutter-Kind-Klinik bestand auch bereits der Wunsch unter die ersten drei Kliniken zu kommen. „Wir hatten uns das Ziel von 2 000 Geburten im Jahr gesteckt. In der Hoffnung, dass die werdenden Eltern unsere Mutter-Kind-Klinik gut annehmen würden. Dass wir bereits im ersten Jahr, also 2014, dieses Ziel weit überschreiten würden (es waren 2 256) hätten wir nicht erwartet“, sagt Horst Imdahl, Geschäftsführer der Städtischen Kliniken Mönchengladbach stolz.

Und auch 2015 hat sich das Eli wieder übertroffen: Erneut ist die Geburtsklinik die geburtenstärkste in NRW und das mit 2 373 Geburten; insgesamt 117 Geburten mehr als 2014. Darunter 84 Zwillingsgeburten und zwei Drillingsgeburten.

Werdende Mütter lieben das Eli. „Wir hatten Nächte in denen kamen hier zehn Babys zur Welt“, sagt Hebamme Melanie Liedmann. Ein Kraftakt für alle Beteiligten, der nur reibungslos funktionieren kann, wenn das Team gut eingespielt ist und jeder weiß, wann er was zu tun hat. Tagsüber sind vier Hebammen und in der Nacht immer drei Hebammen vor Ort.

Wenn Chefarzt Dr. Harald Lehnen nach möglichen Gründen für den Zulauf auf die Klinik gefragt wird, kommt schon vieles zusammen: eine persönliche Wohlfühlatmosphäre, die individuelle Betreuung der Eltern, die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Schwestern und Hebammen, viele Angebote in der Elternschule wie auch die Informationsabende mit Kreißsaalführung, die benachbarte Kinderklinik, aber auch die niedrige Kaiserschnittrate. „Erfreulicherweise ist ein Kaiserschnitt nicht mehr schick. Die meisten Frauen wünschen sich eine natürliche Geburt und wir sind bekannt dafür nicht einfach ’zu schneiden’, sondern auch beispielsweise bei einer Becken-Endlage, wenn möglich, eine normale Entbindung anzustreben“, so Lehnen.

Sicherheit ist für werdende Eltern auch ein wichtiges Thema. Die „Wand-an-Wand-Arbeit“ zwischen Geburtsklinik und Kinderklinik ist im Notfall ein echter Pluspunkt. Diese Konstellation macht das Elisabeth Krankenhaus zum Perinatalzentrum Level I – mehr geht nicht. Ein Neonatologie-Team steht für erkrankte Neugeborene und auch für Frühchen zu jeder Zeit bereit. Etwa 650 Kinder im Jahr kommen in die Kinderklinik, davon sind 60 bis 70 Kinder Frühgeborene unter 1500 Gramm – eine enorme Belastung für die frisch gebackenen Eltern. „Früher ging es vor allem darum technisch gut gerüstet zu sein. Heutzutage pflegen wir auch besonders die Eltern-Kind-Bindung; stärken ihre Kompetenzen“, so Professor Dr. Wolfgang Kölfen, Chefarzt der Kinderklinik.

Hebamme Melanie Liedmann bringt es auf den Punkt: „Wir sind eben ein gutes Team. We are family.“ Und da Familie grade wieder im Trend liegt, wie Chefarzt Dr. Lehnen weiß, wird wohl auch der Erfolg des Eli weitergehen: „Die Ein-Kind-Politik schwindet. Heutzutage bekommen die meisten Familien drei bis vier Kinder.“

(Report Anzeigenblatt)