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Laktationsberaterin: Anleitung zum Stillen

Laktationsberaterin: Anleitung zum Stillen
Für ihre Unterstützung sind Holger und Denise Wingerath mit Merle Schwester Renata Veit-Poplawski, Laktationsberaterin im Krankenhaus Neuwerk, sehr dankbar. FOTO: KH Neuwerk
Neuwerk. Laktationsberaterinnen im Krankenhaus Neuwerk fördern das Stillen Von der Redaktion

Denise und Holger Wingerath sind überglücklich: Merle, ihre erste Tochter, ist einen Tag alt und schläft selig in Mamas Arm. Die Geburt ist problemlos verlaufen. Besonders stolz ist Denise Wingerath, dass ihre Kleine noch im Kreißsaal die Brust gefunden und schon getrunken hat. „Dass ich Stillen würde, stand für mich niemals infrage. Ich bin immer davon ausgegangen, dass es funktioniert.“ Renata Veit-Poplawski, die Nachtschwester auf der Wöchnerinnenstation im Krankenhaus Neuwerk, lobt diese Einstellung. Sie absolviert gerade die Weiterbildung zur Laktationsberaterin und ist nach Beendigung die dritte Schwester der Abteilung mit dieser Zusatzqualifikation.

Chefarzt Dr. Ralf Dürselen betont bei der Geburt die „Natürlichkeit des Ereignisses“. Das, was die Natur in ihrer Entwicklung bietet, wird in seiner Abteilung gefördert und hat Priorität. So ist die Stillquote mit 85 Prozent sehr hoch. Da viele Mütter heutzutage unerfahren mit Säuglingen sind, leiten die Krankenschwestern und Laktationsberaterinnen sie von Anfang an in der Pflege und im Stillen an. „Die Natur hat es so eingerichtet, dass die Brustwarzen der Mutter genauso riechen wie das Fruchtwasser“, erklärt Schwester Renata, „und Neugeborene finden so die Brust instinktiv.“ Was dafür gegeben sein muss, ist Zeit und Ruhe. Deswegen bleiben die Mütter nach der Geburt bis zu zwei Stunden im Kreißsaal, Zeit für ersten Körperkontakt: Bonding, dass das Stillen fördert und umgekehrt. „Merle lag auf meinem Bauch und es war unglaublich, sie hat sofort reagiert“, so Denise Wingerath. Ebenso beeindruckend sei, dass die Muttermilch eine sich den Bedürfnissen des Kindes anpassende Nahrung sei und damit optimal für die Entwicklung des Säuglings. „Die erste Milch, das sogenannte Kolostrum, erhält zum Beispiel besonderes viel Eiweiß, das den Infektionsschutz aufbaut und das Wachstum des Gehirns fördert.“ Später verändert sich die Zusammensetzung. Damit nicht nur das erste Mal funktioniert, sondern die Mutter möglichst effektiv stillen kann, erhält sie von den Laktationsberaterinnen wertvolle Anleitung. „Richtiges Anlegen mit wechselnden Positionen vermeidet das Wundwerden der Brustwarzen“, so Schwester Renata. Ebenso sei korrektes Saugen des Kindes eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Stillen. „Beim bloßen Nuckeln kommt oft wenig Milch, aber viel Luft in den Magen des Kindes.“ Um zu lernen, die Brustwarze komplett in den Mund zu nehmen, sei ein Schnuller, der das Nuckeln fördere, in der ersten Woche für den Säugling tabu.

Um möglichst alle Fragen zu beantworten, nehmen sich die Schwestern viel Zeit und gerade bei Stillproblemen ist ihre Unterstützung gefragt. „Wir fördern und unterstützen bei den Müttern das Erlebnis Kind, sie sollen die Zeit bei uns im Haus genießen können und auf den Alltag mit einem Neugeborenen bestens vorbereitet sein“, so Renata Veit-Poplawski.

(Report Anzeigenblatt)