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Liebevolle Pflege bis zum Schluss

Liebevolle Pflege bis zum Schluss
Die Caritas-Jacke steht symbolisch für den schützenden Mantel den die Pflegekräfte und Mitarbeiter der Caritas schützend um die Schwerkranken und ihre Angehörigen legen. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Die Begleitung, Versorgung und Pflege von Menschen in ihren schwersten Stunden ist Aufgabe des ambulanten Palliativ-Pflegedienstes des Caritasverbandes in der Region. Der Dienst blickt auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. Von Yvonne Simeonidis

Der Caritasverband feierte gerade erst seinen 100. Geburtstag und stellte diesen Meilenstein unter die Überschrift „Von 0 auf 100“. „Damit wollten wir die Bandbreite unserer Tätigkeit einrahmen“, erklärt Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa, „gerade am Anfang und am Ende seines Lebens benötigt der Mensch besondere Unterstützung und deswegen ist die Caritas gerade dann besonders gefragt.“

Den Menschen ihre verbleibenden Tage so erträglich, angenehm und geborgen wie möglich zu gestalten, hat sich der ambulante Palliativ-Pflegedienst zur Aufgabe gemacht. Seit zehn Jahren besteht der Dienst, der seitdem etwa 850 Patienten auf ihrem letzten Weg begleitet hat. „Vielen Menschen ist es ein großes Anliegen in vertrauter Umgebung, in der Nähe ihrer Lieben zu sterben“, erklärt Ellen Pleli, Pflegedienstleitung bei der Caritas und Palliative Care-Fachkraft, „diesem Wunsch tragen wir Rechnung.“

Je nach Bedarf kommt der Palliativ-Pflegedienst einmal die Woche bis zu mehrmals täglich zu den Patienten nach Hause, ist gleichermaßen für die schwer Erkrankten wie auch die Angehörigen da. Medizinische Hilfsmittel werden unbürokratisch und schnell besorgt, Hilfen werden innerhalb weniger Stunden zur Verfügung gestellt. „Bei unserem Job geht es auf Zeit“, betont Pleli. „Hier hilft uns das enge Netzwerk, das wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben“, betont Georg Bronheim, Leiter des Caritas-Pflegedienstes in Mönchengladbach und Korschenbroich. Im Netzwerk haben sich Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken, Sanitätshäuser, Seelsorger und mehr zusammengetan. Es finden regelmäßige Treffen zum Informationsaustausch und zur Weiterbildung statt.

Die neun Pflegekräfte, die im Palliativ-Pflegedienst des Caritasverbandes Region Mönchengladbach tätig sind, werden zusätzlich von etwa 40 Ehrenamtlern unterstützt, die – wenn gewünscht – besonders die Angehörigen unterstützen und den Kranken ihre Zeit schenken und ein wenig vom schwierigen Alltag ablenken. Alle Ehrenamtler sind auf Symptomatiken und die anspruchsvollen Bedingungen in diesem Zweig der Caritas-Arbeit intensiv geschult worden.

Eine, die die Arbeit des Palliativ-Pflegedienstes von beiden Seiten kennt, ist Corinna Quindel-Knorr. Sie ist einerseits ehrenamtliche Hospizbegleiterin ist, andererseits aber auch erst vor kurzem den Palliativ-Pflegedienst in Anspruch nehmen musste, da ihr Schwiegervater im Sterben lag. Sie und ihr Mann hatten den 74-Jährigen aus Mecklenburg zu sich geholt. „Der Palliativdienst stand von Anfang an unserer Seite. Ohne ihn hätten wir, hätte ich, das niemals geschafft“, ist Corinna Quindel-Knorr um die umfangreiche Hilfe mehr als dankbar. „Ich dachte, ich wäre durch meine Schulung zur Hospizbegleiterin gut vorbereitet, aber wenn es einen selbst trifft, ist man einfach nur Angehörige“, erinnert sich Quindel-Knorr, „der Palliativ-Dienst hat mir Sicherheit gegeben und stand uns immer zur Verfügung.“ Zum Palliativ-Pflegedienst gehört auch ein 24/7-Rufdienst, den die Angehörigen nicht nur für Notfälle nutzen können, sondern auch wenn sie Fragen rund um die Pflege haben.

(Report Anzeigenblatt)