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Mehr Sicherheit für Mutter und Kind

Mehr Sicherheit für Mutter und Kind
Verena Kästner ist am CTG-Gerät angeschlossen. Über den Monitor im Hintergrund hat Hebamme Kerstin Kuttner zeitgleich auch die CTG-Geräte in den benachbarten Kreißsälen im Blick. FOTO: KH Neuwerk
Neuwerk. Verena Kästner erwartet ihr erstes Kind. Das CTG-Gerät kontrolliert Wehentätigkeit, kindlichen und mütterlichen Herzschlag. Das Krankenhaus Neuwerk hat gerade 100 000 Euro investiert, um die sechs CTG-Geräte in den Vorbereitungsräumen mit Bildschirmen auszustatten und auf den neuesten Stand zu bringen. Von der Redaktion

"Das ist das Modernste, was die Technik momentan zu bieten hat", erklärt Dr. Ralf Dürselen, Chefarzt der Geburtshilfe am Neuwerker Krankenhaus. Diese kompakten Cardiotokografie-Geräte (CTG) mit hochsensibler Ultraschall-Technik aus den USA registrieren neben dem kindlichen Herzschlag auch den mütterlichen. "Das ist neu und bedeutet höchste Sicherheit für Mutter und Kind", so Dürselen. Denn nicht selten wurden früher die kindlichen Herztöne durch die mütterlichen überlagert. Risikoreich war das, wenn die kindlichen Herztöne schwächer wurden.

Verena Kästner hat das gerade erlebt, die Herztöne ihres Kindes setzten aus. "Noch bevor ich selbst eine Veränderung festgestellt habe und der Alarm am CTG-Gerät ausgelöst wurde, standen Hebammen und Ärzte neben mir", erzählt sie ganz ruhig. Für die Hebammen liegen wenige Schritte zwischen den einzelnen Kreißsälen. "Da abweichende Werte erst eine gewisse Zeit konstant bleiben müssen, bevor der Alarm ausgelöst wird, haben wir die Veränderungen längst registriert und sind oft vor dem Alarm am Bett der Patientin", erklärt leitende Hebamme Kerstin Kuttner.

Seitdem wird Verena Kästner vier Mal täglich eine Stunde lang an das Gerät angeschlossen und alle verfügbaren Daten überprüft. Momentan leuchten drei Zahlen auf dem Gerät auf: Die höchste bewegt sich zwischen 130 und 155. "Das sind die Herztöne des Kindes. Der Wert liegt zwischen 110 bis 160 im absolut normalen Bereich", so Kuttner. Der Puls der Mutter liegt bei 70. Die Wehentätigkeit ist mit 13 gering. "Das war in den letzten Tagen durchaus anders", so die werdende Mutter. Doch ihr kleiner Sohn habe nun nach der 32. Schwangerschaftswoche die Lungenreife erreicht, das war das große Ziel. Bei Bedarf kann das Gerät auch den Blutdruck und die Sauerstoffsättigung anzeigen. Alle Werte werden außerdem auf Papier zeitgleich mitgeschrieben.

Da bei Verena Kästner schon im vierten Monat Komplikationen auftraten, suchte sie ein Krankenhaus mit Kinderklinik und Frühchenstation. Ihre Wahl fiel auf Neuwerk, "weil mich Ärzte und Pflegepersonal sofort überzeugt haben und alles vorhanden war, was ich brauche." Heute wird sie genau wie bei ihrem Aufenthalt im März von Oberarzt Rudolf Merkelbag betreut. "Das ist Teil unserer Philosophie: Gerade wenn Komplikationen auftreten, ist der vormals behandelnde Arzt schon damit vertraut. Er kann gezielt und schnell Entscheidungen treffen. Das gibt Vertrauen", erklärt Dr. Ralf Dürselen.

(Report Anzeigenblatt)