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Plasma wächst nicht auf Bäumen

Plasma wächst nicht auf Bäumen
Dr. Uwe Taborski, Medizinischer Direktor Octapharma Plasma, und Anja von Nessen, Leiterin des Plasmazentrums Mönchengladbach, mit einem Plasmaspender.
Mönchengladbach. Vom Blutspenden hat jeder schonmal gehört, vom Plasmaspenden nur wenige. Im Plasmaspendezentrum Mönchengladbach spenden an guten Tagen 200 Menschen den wertvollen Rohstoff. Die Octapharm GmbH produziert damit Arzneimittel zur Prophylaxe und Behandlung zum Beispiel von Blut-erkrankungen. Von Ulrike Mooz

Ein- bis zweimal in der Woche kommt Edith Liesen im Plasmaspendezentrum vorbei - seit 2014. Dann wird ihr Blut abgezapft, das Plasma entnommen und das Blut wieder zurück in ihren Körper geleitet. Alles mit einer sterilen computergesteuerten Apparatur. Zu Anfang hatte sie Angst, dass ihr schwindelig werden könnte. Wird es aber nicht. „Ein halbes Stündchen lege ich mich hinterher aufs Ohr“, sagt sie. Nebenwirkungen hat sie bislang keine gespürt. Warum sie das tut? „Weil ich helfen möchte“, sagt Edith Liesen.

Die meisten Spender sind zwischen 18 und 35 und den einen oder anderen motiviert sicher neben der Hilfsbereitschaft auch die - wenn auch geringe - Aufwandsentschädigung von 15 bis 17 Euro als zusätzliches Taschengeld.

„Nach Plasma kann man nicht bohren, es wächst auch nicht auf Bäumen“, sagt Hubert Franzaring, Geschäftsführer von Octapharma Plasma. Es werde aber benötigt, um lebenswichtige Medikamente, etwa zur Prophylaxe und Behandlung von Blutkrankheiten wie der Bluterkrankheit, zur Stabilisierung des Blutkreislaufs oder zur Verhinderung von Schockzuständen bei schweren Verbrennungen herzustellen. Die Octapharama GmbH betreibt deshalb 13 Plasmaspendezentren in Deutschland, eins davon an der Lürriper Straße 11.

Bis zu 45 mal im Jahr, demnächst nach neuer Gesetzgebung sogar 60 mal, kann man spenden. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht. Wer spendet, darf allerdings nicht zu einer Risikogruppe gehören und muss einen festen Wohnsitz haben. Dafür werden die Spender gründlich durchgecheckt und die Ausweise kontrolliert. Überhaupt wird im Plasmazentrum immer und immer wieder kontrolliert - zur Qualitätssicherung und zur Sicherheit der Spender.

30 000 Liter Plasma wird in Mönchengladbach jährlich gespendet und es dürfte auch ein bisschen mehr sein. Die Krux: Plasma spenden ist lange nicht so bekannt, wie etwa Blut spenden.

Im Spendesaal sind 34 Plätze, an denen die Spender in mehreren Zyklen ihr Plasma abgeben. „Wieviel das ist, hängt davon ab, was derjenige wiegt“, sagt Dr. Uwe Taborski, Medizinischer Direktor bei Octapharma Plasma. Auch wie lange es dauere, hänge vom Spender ab. „Frauen haben dünneres Blut als Männer, da geht es schneller“. Zwischen 30 und 45 Minuten sind die Spender an die Apparatur angeschlossen. Mit einer Zentrifuge wird das Plasma aus dem Blut heraus getrennt und anschließend nach weiteren Qualitätssicherungen in einer Kühlkammer bei unter minus 34 Grad bis zur Verarbeitung schockgefroren.

(Report Anzeigenblatt)