| 13.32 Uhr

Ein neues Gesetz ermöglicht seit 1. Mai Hilfen für ungewollt Schwangere in Not
Schwanger und nun?

Mönchengladbach (cc). Die Schwangerenkonfliktberatung des Diakonischen Werks bietet anonyme Beratung und klärt auch über die neue Möglichkeit der vertraulichen Geburt auf, die seit dem 1. Mai mit einem neuen Gesetz in Kraft getreten ist. Von Christina Caelers

Schwanger und nun? Für manche Frauen ist das eine echte Notlage, die sie in schwere Konflikte stürzt. Oft wird die Schwangerschaft sogar verheimlicht oder verdrängt. Um diese Frauen nicht allein zu lassen mit ihrer Angst und Verzweiflung, hat der Gesetzgeber nun die Möglichkeit zur anonymen Beratung und zur vertraulichen Geburt erweitert. Keine Frau soll ihr Kind ohne medizinische Begleitung zur Welt bringen müssen.

Eine Anlaufstelle in Mönchengladbach ist die Schwangerenkonfliktberatung des Diakonischen Werkes. Diese bietet professionelle und auf Wunsch anonyme Beratung an. "Es gibt Frauen, die verdrängen ihre Schwangerschaft. Und dabei handelt es sich um Frauen aus allen Schichten, die in einer psychischen Ausnahmesituation sind. Zum Beispiel Teenager-Schwangerschaften, Frauen mit Eheproblemen, wenn der Partner kein Kind will oder das Kind aus einer Affäre entstanden ist. Da gibt es viele verschiedene Fälle", weiß Beraterin Renate Ahnert. Im Gespräch mit den Beraterinnen, das vertraulich und kostenfrei ist, können Frauen über ihre Situation nachdenken, Möglichkeiten abwägen und konkrete Unterstützungsangebote kennen lernen.

Glauben sie trotzdem, das Leben mit dem Kind nicht meistern zu können, wird ihnen die Möglichkeit der vertraulichen Geburt vorgestellt. Dabei erfährt nur die Beraterin die Identität der Frau. Im Krankenhaus oder bei der Hebamme wird die Mutter bei der Geburt medizinisch betreut, ohne ihren Namen nennen zu müssen. Der Name der Mutter wird in einem versiegelten Umschlag im Zentralregister in Berlin hinterlegt, den die Mutter mit einem selbst gewählten Pseudonym versieht. Mit diesem Pseudonym kann der Umschlag später wieder gefunden werden und das Kind hat die Möglichkeit ab dem Alter von 16 Jahren seine Herkunft zu erfahren. Wenn das Kind zur Adoption freigegeben wird, hat die Mutter zusätzlich noch ein Jahr Zeit, ihre Entscheidung zu überdenken und ihr Kind doch noch zu sich zu nehmen.

"Der Unterschied zur anonymen Geburt, bei der die Mutter ihren Namen nicht preisgibt, ist, dass so das Recht des Kindes, die Identität seiner Mutter zu erfahren, bestärkt wird. Man hofft durch diese Angebote die tragischen Fälle zu verhindern, in denen verzweifelte Frauen ihre Kinder heimlich zur Welt bringen und die Neugeborenen aussetzen oder gar töten", erklärt Beraterin Dagmar Köhne.

Die Kosten einer solchen vertraulichen Geburt übernimmt der Bund.

(Report Anzeigenblatt)