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Spontane Einlage des Prinzenpaares begeisterte die Patienten im Elisabeth Krankenhaus
Tanzen mit kranken Kindern

Rheydt. In dieser Woche besuchte das Prinzenpaar der Stadt das Elisabeth Krankenhaus. Für Niersia Janie und Prinz Peter I. entwickelte es sich zu einem ganz besonderen Termin. Von der Redaktion

Klatschmarsch. Das erlebt der Chef des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin an den Städtischen Kliniken auch nicht jeden Tag, wenn er auf „seine“ Stationen geht. Diesmal hatte er allerdings das Prinzenpaar des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes MKV im Gefolge, daher ging „das mit dem Applaus völlig in Ordnung“, so der Chefarzt Prof. Dr. Wolfgang Kölfen.

Die Station K 4 stand an diesem Nachmittag Kopf. Der Flur war bunt dekoriert, die Schwestern trugen jecke Marketenderinnen-Kostüme, die Kinder waren bunt geschminkt. Unter ihnen entdeckte ein begeisterter Prinz Peter I. Kätzchen, Blumenfeen und Tiger. Zuständig für die bunten Gesichter waren einige Erzieherinnen des Vereins Menschen im Zentrum e.V., erzählt Birgitt van de Meulenhof: „Das habe ich zusammen mit den Kolleginnen Verena Jeschke und Edith Schnitzler gerne gemacht.“ Zu der ungewöhnlichen Aktion war es gekommen, „weil wir als Part einer sozialen Initiative eigentlich die Mitarbeiter der Firma DSC Medien karnevalistisch schminken wollten, die ihren Termin aber an die Kinderklinik weitergegeben haben.“

So traf es sich, dass das Prinzenpaar samt Gefolge, Prof. Dr. Kölfen (mit großer gelber Fliege über dem Arztkittel) samt Klinikpersonal und dem kaufmännischen Direktor Andreas Rostalski, mit „sagenhaft“ kostümierten und geschminkten Kindern schwoften und mehrere närrische Tänzchen wagten. Nach der Begrüßung und dem Lied des amtierenden Prinzenpaares „Wir sind heut´ gerne da, für euch als Prinzenpaar“, wurden die obligatorischen Orden verteilt. Wobei die kleinen Patientinnen und Patienten des Eli eindeutig die Nase vorn hatten bei der künstlerischen Aussagekraft der Sessions-Orden. Das Prinzenpaar wurde nämlich mit echten Unikaten beschenkt. Prinz Peter I. und Prinzessin Niersia Janie bekamen von den Kindern je einen bunten Clown mit Regenschirm umgehängt und fühlten sich entsprechend geehrt.

Andreas Rostalski war beeindruckt vom Auftritt der närrischen Regenten: „Sie bringen den Kindern viel Freude und Abwechslung. Und das ist wichtig, um gesund zu werden.“ Der kaufmännische Direktor wird ein waches Auge auf den Orden des Prinzenpaares haben, denn es ist sein erster, wie er nicht ohne Freude bekennt.

Nach dem offiziellen Teil auf der K 4 und dem närrischen „Kuscheltier“ sozusagen als „Abschiedsgeschenk“ des Prinzenpaares an jedes Kind, wurde es dann doch noch ernst. Das Prinzenpaar nutzte die Gelegenheit, auch die Kinderintensivstation zu besuchen. Im Ornat warfen die beiden ein paar längere Blicke in die ganz besonderen Zimmer im Erdgeschoss der Kinderklinik.

Anfänglich war sich Prinz Peter I nicht so recht sicher, ob er tatsächlich die Räume betreten soll. Aber schon nach wenigen Augenblicken war die Scheu vor der besonderen Situation der Frühgeborenen wie weggeblasen. Denn die beiden waren nun mit einem Mal nicht mehr nur Prinz und Prinzessin, sondern Eltern, die mit den Eltern der Frühchen mitfühlen konnten. So entspann sich so manches intensivere Gespräch von Mutter zu Mutter. Prinzessin Niersia Janie brachte es auf den Punkt: „Solche Termine rühren und gehen nahe.“ Es war also kein Wunder, dass der Besuch im Eli länger dauerte als geplant. Und wie fand der kleine Jan den Besuch des Großen Prinzenpaares des MKV? „Super“, meinte er kurz und bündig.

(Report Anzeigenblatt)