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Testwoche: HIV ist heute gut behandelbar

Mönchengladbach (um). Seit 30 Jahren ist die AIDS-Beratung den deutschen Gesundheitsämtern als staatliche Aufgabe zugeteilt und vom 20. bis 24. November ist europäische HIV-Testwoche. Das Gesundheitsamt lädt zu kostenlosen und anonymen HIV-Tests ein. HIV ist heute behandelbar, sagen die Ärzte. Je früher die Diagnose gestellt wird, umso besser. Von Ulrike Mooz

Lang ist es her, dass die Diagnose HIV positiv quasi das Todesurteil bedeutete. Heilbar ist die Immunschwäche heute immer noch nicht, aber behandelbar. „Mit minimalen Einschränkungen und ohne verkürzte Lebenszeit kann man mit dem Virus leben“, sagt Stadtärztin Ursula Backes.

Die Therapie von AIDS hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. AIDS-Kranke können heute gesunde Kinder zur Welt bringen und auch so weit therapiert werden, dass sie für andere nicht mehr ansteckend sind - immer voraus gesetzt, sie lassen sich frühzeitig testen. „Unterschätzen sollte man die Krankheit aber nicht“, sagt Backes, im Gesundheitsamt Fachkraft für AIDS. Denn noch zur Jahrtausendwende seien die Zahlen drastisch angestiegen. Damals dachten viele, die Gefahr sei gebannt und schützten sich nicht mehr.

Für viele sei der Gang zum Arzt aber mit großen Hemmschwellen verbunden. Infizierte hätten nicht selten die Befürchtung, diskriminiert zu werden - leider oft zurecht. Und nicht nur das - manch einem wäre es auch peinlich, mit seinem Arzt über das Thema zu sprechen. „Das ist immer noch ein großes Tabuthema“, sagt Sozialdezernentin Dörte Schall.

In der kommenden Woche soll es Menschen, die die Befürchtung haben, mit dem HIV-Virus infiziert zu sein, besonders leicht gemacht werden, einen Test zu machen. Die Ärzte der Gesundheitsämter in Mönchengladbach, Krefeld und Kreis Viersen haben von Montag bis Freitag erweiterte AIDS-Sprechstunden, in denen der Antikörper-Test ohne Voranmeldung anonym und kostenlos gemacht werden kann.

Das Tückische bei der HIV-Infektion sei, dass die Betroffenen je nachdem, wie gesund sie sonst seien und wie gut es um ihre Abwehrkräfte bestellt sei, oft jahrelang nichts von der Infektion bemerkten, so Backes. Der Körper bilde Antikörper, die zyklisch das HIV-Virus bekämpfen würden. Erst wenn die „ermüdet“ seien, würde die Krankheit AIDS ausbrechen.

Im Jahr 2016 gab es 3 419 Menschen weniger mit der Diagnose HIV positiv als im Jahr davor. Geschätzte 85 000 mit HIV infizierte Menschen leben in Deutschland. Historisch bedingt sind bei uns zahlenmäßig vor allem Männer betroffen, die Sex mit Männern haben. Die Infektion mit HIV/AIDS geht oft mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten einher, zum Beispiel Syphilis. Auch das kann man nächste Woche gleichzeitig testen lassen.

HIV wird ausschließlich durch Blut, Sperma oder Vaginalsekret übertragen.

(Report Anzeigenblatt)