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Wenn das Herz streikt

Wenn das Herz streikt
Brigitte Nockemann, Dr. Carsten Stoepel und der kleine Defi – am Ev. Krankenhaus Bethesda der Johanniter wurden in den vergangenen fünf Jahren tausend dieser und ähnlicher Geräte implantiert. FOTO: Angela Rietdorf
Mönchengladbach. Defibrillatoren retten Leben. In der Kardiologie des Evangelischen Krankenhauses Bethesda der Johanniter wurde jetzt von Chefarzt Dr. Carsten Stoepel die tausendste Implantation durchgeführt. Von Angela Rietdorf

Es ist eine hochdramatische Geschichte, aber eine mit Happy End: Brigitte Nockemann ist mit ihrem Mann in Korschenbroich unterwegs. Die beiden haben eingekauft, da passiert es. Brigitte Nockemann bricht plötzlich zusammen. „Sie sackte weg wie ein Stein“, erinnert sich Burkhard Nockemann, dem der Schock noch Wochen später anzumerken ist. Er versucht sein Frau zu stützen, Passanten und Anwohner eilen zur Hilfe. Glücklicherweise ist eine Arztpraxis in der Nähe, die über einen automatischen externen Defibrillator verfügt. Und der rettet Brigitte Nockemann das Leben.

„Die Überlebenswahrscheinlichkeit wird durch den Einsatz eines AEDs vervierfacht, das zeigen entsprechende Studien“, erklärt Dr. Carsten Stoepel, Chefarzt der Kardiologie am Krankenhaus Bethesda in Mönchengladbach, wohin Brigitte Nockemann nach der erfolgreichen Reanimation gebracht wird. Der Kardiologe ist ein vehementer Verfechter einer flächendeckenden Bereitstellung von AEDs. Es gebe noch immer zu wenige, dabei müsse man kein Arzt sein wie in Brigitte Nockemanns Fall, um den AED erfolgreich zur Wiederbelebung einzusetzen.

Weil bei Brigitte Nockemann alles so schnell ging und richtig gemacht wurde, ist der Kreislauf der 68-jährigen bereits wieder stabil, als sie ins Bethesda eingeliefert wird. Hier ist bereits alles vorbereitet: ein Intensivbett steht bereit, im Herzkatheterlabor wird sie erwartet. Das Ergebnis aller Untersuchungen: es handelte sich um ein primäres Kammerflimmern, das unbehandelt immer zum Tod führt. „Die Ursachen für ein solches primäres Kammerflimmern sind unklar, aber die anschließende Behandlung ist klar“, erklärt Stoepel. „Zur Sekundärprävention wird ein Defibrillator implantiert.“ Vier Tage später erfolgt der Eingriff – einer von tausend, die der Kardiologe in den letzten fünf Jahren am Bethesda durchgeführt hat. Das kleine, hochmoderne Gerät, fast liebevoll Defi genannt, verhindert, dass es wieder zum Kammerflimmern kommen kann. Es überwacht den Herzrhythmus, zeichnet ihn auf und greift nur dann ein, wenn die Daten auf Gefahr hinweisen. „Erstaunlich, was ein Defi kann“, sagt Brigitte Nockemann. Einschränken muss sie sich in keiner Weise. „Tun Sie, was Ihnen Spaß macht“, sagt ihr Arzt. Selbst das neue Cerankochfeld, das sie sich vorsichtshalber zugelegt hat, müsse nicht sein.

Brigitte Nockemann verdankt ihr Leben Defibrillatoren und Menschen, die bereit waren, sie einzusetzen. Der implantierte Defi ermöglicht eine angstfreie Rückkehr in den Alltag – ein großes Glück für jeden, der so dramatische Stunden erlebt hat wie Brigitte Nockemann.

(Report Anzeigenblatt)