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Wo sind die Pantoffeln?

Wo sind die Pantoffeln?
Effektive Runde: Seit 2013 treffen sich Pflegedirektoren aus den Kommunalen Krankenhäusern. Das Foto zeigt von links Peter Tonk, Demenz-Servicezentrum Düsseldorf, Beate Welsch, Pflegedirektorin Eli, Jochen Möller, Pflegedirektor LVR, Angelika Noll, Amt für Altenhilfe, Thomas Huppers, Pflegedienstleiter Maria Hilf und Frank Lange, Pflegedirektor Bethesda. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach (um). Ein kleines Heftchen soll eine große Wirkung entfalten: Ein Arbeitskreis aus Experten hat Kommunikationstipps für Kontakte zum Menschen mit Demenz heraus gebracht. Von Ulrike Mooz

Die Runde aus Männern und Frauen vom Fach trifft sich seit 2013, sie hat den holprigen Namen: Arbeitskreis der Pflegedirektorinnen und -direktoren der örtlichen Krankenhäuser der Stadt Mönchengladbach. Ihr Auftrag: die Verbesserung des Umgangs mit dementiell veränderten Patienten in Zusammenarbeit mit dem Amt für Altenhilfe. „Vor allem in den sogenannten somatischen Kliniken kommt das Personal immer wieder mit kognitiv eingeschränkten Patienten in Berührung“, sagt Angelika Noll, Geschäftsführerin der kommunalen Konferenz Alter und Pflege. Dass die Menschen immer älter werden, ist der Hauptgrund. Mit zunehmendem Alter wird die Durchblutung des Gehirns schlechter. Die Betroffenen werden nicht nur vergesslich, sondern zeigen oft unverständliche Reaktionen und scheinen in einer anderen Welt zu leben. Ein neues Heftchen mit dem Titel „Begegnung - leicht gemacht“ soll die Hilflosigkeit in der Begegnung zwischen so genannten orientierungslosen Menschen und Orientierten verringern.

Ein Beispiel darin zeigt, worum es geht: Wenn eine ältere Dame Ihnen sagt, dass sie ihrem Baby jetzt sein Fläschchen geben muss, dann könnte man darauf reagieren, indem man sagt „Sie sorgen sich um Ihr Baby“, und dann könnte ein Gespräch über Kinder folgen. Auch, dass die Korrektur von Satz- oder Wortfehlern nicht angebracht ist und die Betroffenen nur beschämt, ist so ein Hinweis, den man im Heftchen findet.

„Es ist wichtig, die Geschwindigkeit zu drosseln“, erklärt Angelika Noll, Menschen mit Demenz mögen keine Hektik, sie können sie nicht gut verarbeiten.

„Die eine Lösung gibt es nicht im Umgang mit dementiell veränderten Menschen“, sagt Frank Lange, Pflegedirektor vom Bethesda. Es gehe darum, die Mitarbeiter im Krankenhaus darauf vorzubereiten, mit immer mehr Betroffenen umgehen zu müssen. Im Bethesda etwa gäbe es inzwischen auch eine Pflegefachkraft für Demenz.

Schwierigkeiten zeichneten sich zumeist dann ab, wenn die Patienten von Zuhause in ein Krankenhaus kämen, und sich da nicht orientieren könnten, weil Lichtschalter und Pantoffeln dann nicht mehr an ihrem angestammten Platz seien.

„Gegen die Demenz selbst können wir nichts tun, wohl aber gegen die Begleitsymptome“, sagt Jochen Möller, Pflegedirektor bein der LVR-Klinik. Dort hat man besonders viel Erfahrung, weil es eine extra Abteilung zu dem Thema gibt.

(Report Anzeigenblatt)