| 14.01 Uhr

Ägyptens ganz eigene Welt

Ägyptens ganz eigene Welt
Extra-Tipp Volontärin Gina Dollen (r.) auf ihrer Ägyptenreise im roten Meer. Das Handzeichen heißt übrigens: „Alles super“. FOTO: Privat
Knapp vier Stunden Flugzeit braucht es, um an einen der buntesten und aufregendsten Orte der Welt zu kommen. Von Gina Dollen

Riesige Rochen, verspielte Delfine und kleine Clownfische leben dort knapp zehn Meter unter der Meeresoberfläche in der Unterwasserwelt Ägyptens.

Hurghada.

Die Bläschen aus den Atemreglern und die Laute der Meeresbewohner sind das einzige, was man im roten Meer zu hören bekommt. Still und friedlich ist es hier unten. Über den zehn Tauchern, die gerade ein Korallenriff erkunden, wird es dunkel. Nach einem kurzen Schockmoment schauen alle fasziniert nach oben, wo ein meterlanger Mantarochen im Zeitlupentempo über ihnen schwebt. Sie haben Glück – viele Taucher warten ewig auf eine Begegnung mit den fliegenden Riesen des Meeres. Aus den Anemonen lugen kleine Clownfische und beobachten die unbekannten Besucher.

Rückblick: Montag Morgen, 7 Uhr, am Düsseldorfer Flughafen. Man könnte denken, die zehnköpfige Reisegruppe wandert aus, so groß wie die zwei Koffer pro Person sind. „Mare“ steht in großen Buchstaben darauf. „Mare“ – lateinisch für „das Meer“. Genau dahin wollen sie und zwar ans rote Meer nach Ägypten. „Vielleicht sehen wir dieses Jahr sogar Haie“, scherzt Tauchlehrer Burkhard und lacht amüsiert über die groß aufgerissenen Augen seiner Schüler.

Knapp fünf Stunden später werden die warmen Klamotten gegen Shorts und T-Shirt getauscht, das Tauchequipment geschnappt und zur Tauchbasis nebenan gelaufen.

Die Ägypter verstehen es, einem das Gefühl zu geben, zu Hause angekommen zu sein. Mit ägyptischem Tee und Bier stehen sie am Eingang der Tauchbasis und warten auf die Neuankömmlinge.

Der erste Tauchgang steht an und man sitzt zwischen Sauerstoffflaschen, Tauchwesten und Atemreglern auf der Ladefläche eines alten Jeeps. „Everyone’s ready?“, fragt der freundliche Ägypter am Steuer und beginnt die holprige Fahrt runter zum Meer. Dort angekommen begrüßt die Schiffscrew fröhlich die bekannten Gesichter und lädt das schwere Gepäck auf das Boot. „Das hab ich vermisst“, sagt eine Taucherin und schaut mit glänzenden Augen auf die glasklare glänzende Oberfläche des kühlen Nass’. Schon jetzt kann man kleine Fische und Korallen unter der Oberfläche sehen. Der Captain steht lässig am Holzsteuerrad des Bootes und lenkt es Richtung Abu Kafan, übersetzt „Vater der Tiefe“- ein Tauchspot, der berühmt für seine tollen Korallenblöcke ist.

Mitten auf dem roten Meer springt man mit einem großen Schritt ins Wasser und erinnert sich zehn Meter tiefer wieder daran, warum Ägyptens Unterwasserwelt so einzigartig ist. Prachtvolle Farben, riesige Korallenwände und die verschiedensten Fischarten dominieren diesen Ort.

Auf ihrem Weg durch das klare Meer, das aussieht als wäre man in ein Aquarium gefallen, entdecken die Taucher eine Schildkröte, Papageienfische und einen großen Barrakudaschwarm. Kurz bevor es zurück gehen soll, wedelt einer von ihnen mit der Hand und zeigt aufgeregt nach hinten. Eine Gruppe von drei Delfinen schwimmt auf die Taucher zu. Sie drehen Rollen, quietschen und spielen mit den Tauchern, als würden sie dazu gehören. Dafür sind die Meeressäuger bekannt. Selbst wilde Delfine spielen mit Tauchern als wären die selbst Fische.

„Ein toller Tauchgang“, erzählt man der Schiffscrew begeistert beim Essen, das der Schiffskoch mal eben in der zwei mal zwei Meter Schiffskajüte gezaubert hat. Gebratene Auberginen, Falafel, Reisnudeln, für jeden ist etwas dabei.

Abends sitzen alle zusammen am Strand vor der Wüste Ägyptens. Außer der Hotelanlage ist weit und breit nichts zu sehen, nur Sand, Meer und ein alter Ägypter, der mit s einem Kamel über die Dünen läuft. Das wird wieder eine tolle Zeit, murmelt Tauchlehrer Burkhardt und schließt zufrieden die Augen, während die letzten Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzen.

(Report Anzeigenblatt)