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Tour de Ruhr mit dem Rad

Tour de Ruhr mit dem Rad
Die Ruhr entspringt in Winterberg (linkes Foto) und mündet 232 Kilometer später in Duisburg in den Rhein. Extra-Tipp-Redakteurin Ulrike Mooz (vorne rechts) ist an ihr entlang geradelt. FOTO: Werner Koch/ Ina Kuswik
Winterberg/ Duisburg. Urlaub in Deutschland? Geht auch! Extra-Tipp-Redakteurin Ulrike Mooz ist die Ruhr von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein mit dem Fahrrad entlang gefahren. Der berühmte Ruhrtal Radweg führt vom Sauerland bis in den Ruhrpott. Von Ulrike Mooz

Nach mehr als 230 Kilometern hat der Hintern Muskelkater, der Nacken möchte aufs Kissen, und die Beine sind schwer - aber der Kopf ist wieder frei. Wer sich in Winterberg aufs Rad schwingt und der Ruhr auf dem namensgleichen Tal-Radweg folgt, der bekommt eine Menge ursprüngliche Natur, mittelalterliche Orte, Fachwerkhäuser, Industrielandschaft, Weltkulturerbe, Kunst und nette Menschen mit.

Mäandern ist das altmodische Wort, das am besten beschreibt, wie sich die Ruhr zwischen Bestwick und Arnsberg zwischen alten Höfen und Abteien „ruhrsprünglich“, wie es der ADFC kalauernd ausdrückt, durch die Mittelgebirgslandschaft schlängelt. Manchmal kommt ein Stückchen „Wildwasser“, mal kleine Inseln, Stücke von Biberdämmen oder Staudämme und Schleusen. Radfahrer müssen auch schon mal steile Teilstücke erklimmen, um dem Wasser zu folgen. Aber dazwischen geht es in weiten Kurven sanft durch Wald und Wiese Richtung Ruhrpott, wo es immer flacher wird.

Niemanden stört es, wenn man mit schwappenden Schuhen und tropfenden Packtaschen in der Schankstube des Arnsberger Ratskellers seine Spuren hinterlässt. Auch nicht, wenn man sich hier in der - immerhin trockenen - Jogginghose Schmankerl aus der wirklich guten Küche von Chefkoch Andreas Benfer kommen lässt. „Bett & Bike“ das bedeutet Verständnis für Radler.

Das Wetter wird besser, die Pferdekoppeln größer, die Menschen redseliger: Im Ruhrpott gibt jeder gern zu allem einen Kommentar ab. Unterwegs ist von Wildwasser paddeln, über Floß fahren bis zum Wasserpolo viel Wassersport zu sehen. Die Industrieanlagen sieht man meistens nur aus der Ferne, die Ruhr mäandert weiter, lockt Graugänse, Graureiher und winzige Frösche an. Was auffällt: Auf den ganzen 232 Kilometern sieht man trotz der vielen Radler, Fußgänger und Inliner kaum Müll. Nach vier Tagen ist es geschafft: An der 25 Meter hohen Skulptur „Rheinorange“ mündet die Ruhr in Duisburg in den Rhein.

Unachtsame machen auch schon mal den sprichwörtlichen „Adler“.

(Report Anzeigenblatt)