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Von binnen nach buten

Von binnen nach buten
Vor dem Start: Unser Mitarbeiter Franz Josef Ungerechts am Jungfernstieg und ein Blick vom Wasser aus auf die „Elphi“.
Hamburg. „Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt!“ Lotto King Karl sang vor jedem Heimspiel des HSV die offizielle Hymne. Nun, für den HSV hat es sich in der ersten Liga zunächst ausgeperlt, aber wir können trotzdem der schönen Stadt an Elbe und Alster die Treue halten. Denn tourismusmäßig ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands immer eine Reise wert. Von Franz Josef Ungerechts

Die Hansestadt ist schön, sehens- und liebenswert. Sie bietet ihren Besuchern so einiges an - die Elphi, den Hafen, die Speicherstadt, den Michel, die Reeperbahn, die Elbe, die Alster … und, und, und! Schon aus familiären Gründen war Hamburg für mich schon immer viele Reisen wert. Durch viele Besuche kenne ich mich aus in der Millionenstadt. Doch, was ich noch nicht kannte, war eine Alsterfahrt vom Jungfernstieg nach draußen zum Winterhuder Fährhaus, genau bis dorthin, wo der kleine Fluss mit den Alsterschiffen noch befahrbar ist.

Eine kleine Stadtrundfahrt auf dem Wasser, über Binnen- und Außenalster und dann in die Alster rein ist möglich, sogar mit einem Linienschiff und seinen sieben Anlegestellen, an denen man jederzeit unkompliziert aussteigen kann, um auch später die Fahrt fortzusetzen. Für 17 Euro Fahrpreis und eigentlich unbegrenzte Fahrzeit ist das ein anderes Hamburg-Erlebnis, das man sich (von Ende März bis Anfang Oktober) gönnen kann.

Binnen- und Außenalster wirken auf mich wie zwei Seen, sind aber keine. Hier wurde schon im 13. Jahrhundert aus dem kleinen Flüsschen Alster und seinen noch kleineren Zuflüssen Wasser aufgestaut.

Vom Jungfernstieg aus starten zwei Anbieter verschiedene Alsterrundfahrten. Neben dem Traditionsunternehmen Alster-Touristik GmbH bietet der Verein Alsterdampfschifffahrt diverse Alstertouren an. meine Frau und ich fahren mit der „Saselbek“, die 1937 in Dienst gestellt wurde und heute noch den Linienverkehr zwischen dem Jungfernstieg und dem Winterhuder Fährhaus mit mehreren Anlegestellen auf der Strecke aufrecht erhält.

Schon das Betreten des alten Alsterschiffes ist ein Erlebnis. Links und rechts sehe ich die motorisch zu betätigenden Schwenktüren zum Ein- und Aussteigen. Zum Kassieren des Fahrgeldes öffnet der Kapitän die Schiebetür zwischen Führerplatz und Fahrgastraum. Dann wird der kleine rollbare Zahltisch mit der Aufschrift „Bitte hier zahlen” sichtbar. Wir zahlen als erste Passagiere und haben deshalb die kleine achtern liegende Außenfläche ganz für uns.

Vom Jungfernstieg geht’s über die Binnenalster unter der Kennedy- und Lommbardsbrücke hindurch auf die Außenalster. Hamburgs schönstes Gewässer bietet einen grandiosen Blick auf das Panorama der Stadt mit ihren Türmen, und auch dem neuen Wahrzeichen, der Elbphilharmonie „Elphi“. Sie ist vom Wasser aus gut zu sehen. Die weißen Fassaden und kupfergedeckten Dächer der Gebäude rund um die Hamburger Binnenalster bieten ein ganz besonderes Panorama. Nicht umsonst wird das Areal auch die „gute Stube“ Hamburgs genannt.

Die Fahrt zunächst in Richtung Winterhuder Fährhaus, zeigt uns Hamburg von der geheimnisvollen Seite. Gepflegte Villen mit versteckten Parkanlagen, luxuriöse Lofts, aber auch urige Schrebergärten und urwüchsige Uferpartien sind zum Greifen nahe. Nur wenig entfernt von der Innenstadt und entlang der bewaldeten Flussufer erleben wir die grüne Idylle der alsternahen Wohngebiete. Wir sehen einige Villen von den insgesamt 42 000 Hamburger Millionären.

Auf dem Rückweg in Richtung Jungfernstieg erleben wir die volle Sicht voraus: Die Hamburger Skyline – das Hamburger Rathaus, die fünf Hauptkirchen und natürlich nochmal die Elphi liegen vor uns. Ein toller Anblick!

(Report Anzeigenblatt)