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Auf den Spuren der Familie Spier

Auf den Spuren der Familie Spier
Auf etwa 50 Ausstellungstafeln präsentieren Klaus und Ulrike Krüner vom Wickrather Geschichtskreis „Die Familie Spier und die Wickrather Lederfabrik“. FOTO: Heinz-Gerd Wöstemeyer
Wickrath (hgwö). Von 1855 bis 1990 prägte die Spier’sche Lederproduktion das Leben in Wickrath. Die Adventsausstellung des Wickrather Geschichtskreises nimmt sich des Themas an. Bei den Recherchen stießen Klaus und Ulrike Krüner auf Nachfahren der jüdischen Familie Spier in den USA, Kanada, Frankreich und den Niederlanden. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

„Die Ausstellung hat schon jetzt einiges ins Rollen gebracht“, begeistert sich Klaus Krüner, der gemeinsam mit Ehefrau Ulrike seit geraumer Zeit nach Spuren der bedeutenden Wickrather Lederfamilie sucht. Die Aktivitäten der Krüners’ sprachen sich bei den Spiers’ herum. „Familienangehörige aus Frankreich, den USA, Kanada und den Niederlanden meldeten sich, von denen wir vorher gar nichts gewusst haben“, berichtet Ulrike Krüner. Am Wochenende bekamen sie Besuch von Louis Spiers’ Ur-Enkelin Heidi und ihrer Mutter Ruth aus Amerika. Heidis Großeltern Margret Lichtenstern, geborene Spier, Heinz Spier und ihre Mutter Ruth als junges Mädchen waren in der Nazi-Zeit in die Niederlande emigriert und überlebten die Konzentrationslager Westerbork und Theresienstadt. Die Söhne des Firmengründers Louis und Viktor hatten nach dem ersten Weltkrieg bis 1936 die Lederfabrik geleitet. Louis Spier wurde 1944 in Auschwitz umgebracht. „Das Schicksal der jüdischen Familie Spier ist äußerst tragisch, viele Familienangehörige überlebten den Holocaust nicht“, sagt Klaus Krüner. Dass die diesjährige Adventsausstellung den Nerv der Wickrather treffen wird, ist er sicher. „Über die Teilnahmezusagen von mehreren Spier-Nachkommen freuen wir uns ganz besonders“, ergänzt Ulrike Krüner.

(Report Anzeigenblatt)