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Der Reitverein und sein Stern

Mönchengladbach. „Stern des Sports“, so heißt der begehrte Preis, der dieses Jahr an den „RFV Hardter Wald“ geht. Der Verein hat die Volksbank Mönchengladbach und den Deutschen Olympischen Sportbund mit seinem Inklusions- und Integrationsprojekt überzeugt. Durch das Preisgeld können vielleicht schon bald neue Turnieranzüge fürs Voltigieren gekauft werden. Von Gina Dollen

Beim „RFV Hardterwald e.V.“ gibt es vor allem eine Regel: Hier sind alle gleich. Niemand wird anders behandelt und jeder so gut es geht integriert – egal woher man kommt, wie man aussieht oder wie man ist.

Das hat auch die Volksbank Mönchengladbach und den Deutschen Olympischen Sportbund, die den „Stern des Sports“ vergeben, überzeugt. „Die Vereine haben es heutzutage immer schwerer. Da setzt der Stern des Sports´ das richtige Zeichen. Vereine sind das perfekte Medium zur Integration und die Garanten für eine stabile Nachbarschaft und Gemeinschaft“, so Axel Tillmanns vom Stadtsportbund Mönchengladbach. Der „Stern des Sports“ soll vor allem den Breitensport in der Region fördern.

Breitensport – den gibt es auch im „RFV Hardterwald“. Der Reitverein deckt die drei Bereiche Reiten, Voltigieren und Fahren gleichermaßen ab. „Meistens wird ein spezieller Schwerpunkt gesetzt, wir haben das Glück, alle drei Bereiche fördern zu können“, so Vereinsvorsitzende Kirsten Boos.

Überzeugt hat der Verein mit seiner Integrationsgruppe. Dabei können Kinder mit körperlicher und vor allem geistiger Behinderung einer Gesamtschule mit Inklusionsprogramm, in einer Voltigiergruppe des Vereins trainieren. Eine große Rolle spielt dabei Voltigierpferd „Netti“. „Netti ist ein Pferd mit viel Charakter und dadurch manchmal gar nicht so einfach zu Händeln. Bei diesen Kindern ist sie wie verwandelt. Sie schmust, ist super ruhig und scheint die Kinder zu spüren“, erzählt Boos mit einem Leuchten in den Augen. Teilweise hält das gutmütige Pferd auch einfach an wenn sie merkt, dass das Kind obendrauf gerade unsicher ist. „Da kann ich dann machen was ich will, sie will dann irgendwie auf die Kinder aufpassen“, so Boos lachend.

Dass diese tiergestützte Therapie hilft, merkt man sofort. Die Kinder sind ruhiger, aufmerksamer und einfacher in den schulischen Alltag zu integrieren.

Als nächstes Projekt ist eine Integrationsgruppe, geleitet von zwei Sportstudentinnen aus der ersten Voltigiermannschaft, geplant. „Da die beiden Mädels in der Uni Sport und Sonderpädagogik studieren, können sie natürlich super auf die Kinder eingehen und das Projekt planen“, erklärt Boos.

Mit den 1 000 Euro Preisgeld sollen bald neue Turnieranzüge für die Voltigiermannschaft gekauft werden. Die kosten schon mal bis zu 300 Euro pro Stück, das ist bei zehn bis zwölf Anzügen eine Menge Geld. „Wir wollen, dass auch sozial schwache Kinder, wo das Geld für so einen teuren Anzug einfach nicht immer da ist, am Turniersport teilnehmen können. Deswegen werden die Anzüge vom Verein gekauft“, berichtet Boos. Bei der Gestaltung können die Mannschaften sich mit einbringen, so dass sich am Ende auch jeder wohlfühlt, denn das ist dem Verein besonders wichtig. Durch den Gewinn hat sich der Verein für die „nächste Runde“, den Landeswettbewerb qualifiziert und wer weiß, vielleicht können sie auch dabei überzeugen.

(Report Anzeigenblatt)