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Fahrradfreundliche Stadt ?

Fahrradfreundliche Stadt ?
Hannah Rosa Pongs hat viele Erfahrungen unliebsamer Art auf der Blauen Route gesammelt. FOTO: schrö
Mönchengladbach. Die Debatte um die erste Fahrradstraße Mönchengladbachs dauert an. Dahinter scheint die Frage durch: Ist die Stadt fahrradfreundlich? Von Klaus Schröder

Medien wie der WDR haben das Thema aufgegriffen und lassen Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Es geht vor allem um den Bereich der Blauen Route auf der Brucknerallee. Dazu schreibt der Bürgermeister Ulrich Elsen: „Dabei wird deutlich werden, dass der Mittelstreifen der Allee nicht für Radfahrer freigegeben werden soll, weil damit doch das Konzept der Fahrradstrasse aufgeben würde. Da bin ich der Meinung der Verwaltung, zumal Fußgänger und Radfahrer besser auf separaten Wegen verkehren; dies auch mit Blick auf E-Bikes, Kinder und Hunde. Ich sehe auch in der Politik keine andere Position.“

Das ruft Hannah Rosa Pongs auf den Plan, die seit Wochen mit ihren Mitstreitern Unterschriften für eine bessere Kontrolle sammelt: „Es wird jetzt auch von Ihnen ein Konflikt hochstilisiert, der niemals existiert hat, nämlich der zwischen Radfahrern und Fußgängern und der echte, nämlich der zwischen Radfahrern und Autofahrern, völlig negiert.“

Und weiter: „Dieses bedrohliche Gefühl, wenn wir einen Autofahrer heranrauschen hören, kennen wir, die wir regelmäßig auf der Fahrradstraße Fahrrad fahren, nur zu gut. Ich, wie unsere Nachbarin Frau Obenhaus, habe darauf einfach keine Lust mehr! Empfinden Sie es nicht als tragisch, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten radfahren, ausgerechnet auf der neuen Fahrradstraße nicht mehr fahren wollen? Das kann doch nicht Sinn der Sache sein, oder?“

Margret Obenhaus, ebenfalls Anwohnerin und Radfahrerin auf der Brucknerallee äußert sich so: „Ich habe nach meinen durchweg negativen Erfahrungen beschlossen, die mittlere Allee von meinem Haus bis zum Fischerturm zu befahren. Ich möchte nicht mehr in unwürdiger Weise bedrängt, genötigt, behupt und beschimpft werden. Nach einem halben Jahr ist meine Geduld am Ende und ich werde mich nicht mehr den Gefahren aussetzen.“

(StadtSpiegel)