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Kein Platz für die Jugend?

Kein Platz für die Jugend?
Norbert Eckers ärgert sich, dass es bald in Venn nichts mehr gibt, wo Jugendliche sich aufhalten können. FOTO: Andreas Baum
Venn. Norbert Eckers ärgert sich seit Jahren darüber, dass die Infrastruktur in Venn immer schlechter wird. Jetzt sollen auch noch Spielplatz, Bolzplatz und Jugendheim schwinden. Das könne man nicht hinnehmen, findet er und sammelt Unterschriften. Von Ulrike Mooz

Ein Karussell, Wippgeräte, ein Edelstahl-Klettergerüst mit Seilen, eine Rutsche, Rasenfläche - der Spielplatz am Grottenweg ist zwar nicht mehr brandneu, aber gut in Schuss und gepflegt. „Hier kommen viele Kinder hin“, sagt Norbert Eckers, doch bald soll der Platz, wie auch die angrenzende Bolzwiese und das Jugendheim, Geschichte sein und einer weiteren Wohnsiedlung weichen. Norbert Eckers ist zwar nicht mehr in dem Alter, in dem man kleine Kinder hat, aber das ärgert den alteingesessenen Venner trotzdem maßlos. „Dann gibt es hier nichts mehr, wo Kinder und Jugendliche sich aufhalten können“, sagt er.

Von den entsprechenden Planungsentwürfen hat Eckers nur zufällig Wind bekommen, als er wegen einer ganz anderen Sache beim Bauordnungsamt in Rheydt war. „Ja, die Pläne liegen da ordnungsgemäß aus, aber das kriegt doch hier gar keiner mit“, kritisiert er - mal ganz abgesehen davon, dass man eine Lupe brauche, um überhaupt zu erkennen, was auf den Plänen im Einzelnen zu sehen sei.

Bei den 29 Spielplätzen, deren zeitnahe Schließung nach dem Spielplatzbedarfsplan 2016 am 14. Februar im Rat beschlossen werden soll, ist der vom Grottenweg zwar nicht dabei. Aber soweit will Norbert Eckers es auch gar nicht erst kommen lassen. Denn dass von den 251 städtischen Spielplätzen mittelfristig sogar 90 geschlossen werden sollen, um durch den Verkauf der Grundstücke Geld für den maroden städtischen Haushalt zu erwirtschaften, hat man in Venn auch mitbekommen. Den Gerüchten, dass auf dem Mürrigerplatz als Ersatz ein neuer Spielplatz entstehen soll, glaubt Eckers nicht. „Wenn der hier erstmal weg ist, ist das Thema durch“, befürchtet er. Aber das könne man doch nicht einfach so stehen lassen.

Eckers hat per Hand eine Unterschriftenliste entworfen und ist damit in der direkten Nachbarschaft gewesen. Fast alle haben unterschrieben. Aber er braucht natürlich viel mehr Unterschriften und auch Helfer. Gerne hätte er Unterstützung aus der Politik oder von Venner Mitstreitern, die sich mit den Formalia besser auskennen. „Es kann nicht sein, dass Venn immer mehr kaputt gemacht wird“.

(Report Anzeigenblatt)