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Plüschtiere in Behandlung

Plüschtiere in Behandlung
Eine Armschiene für den Teddy: Mit großer Sorgfalt wird der Bär verarztet. FOTO: Bethesda
Mönchengladbach (ari). Bei der Teddysprechstunde im Evangelischen Krankenhaus Bethesda der Johanniter lernen die Kinder die Arbeit der Ärzte spielerisch kennen. Von Angela Rietdorf

Lynns Teddy ist vom Stuhl gefallen. Ihm tut der Arm weh. Pfötchen, der große Kuschelhund, hat „eine Entzündung im Mund“, wie seine kleine Besitzerin erzählt. Andere Plüschtiere haben Fieber, Bauchschmerzen oder gar einen gebrochenen Huf. Aber keine Sorge: allen kann in der Teddysprechstunde im Evangelischen Krankenhaus Bethesda der Johanniter geholfen werden. Die Kinder der benachbarten Kita des Krankenhauses haben ihre Plüschtiere mitgebracht, Ärzte und sogar ein Rettungsteam der Johanniter stehen bereit, um zu helfen und die kuscheligen Patienten fachgerecht zu versorgen.

„So lernen die Kinder die Arbeit im Krankenhaus kennen“, erklärt Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Frauenklinik des Bethesda, der die erste Teddysprechstunde für die Kindergartenkinder organisiert hat. Drei Stationen können die vierzig Kinder, in drei Gruppen aufgeteilt, besuchen.

Auf der ersten Station werden die mitgebrachten Lieblinge untersucht und verarztet. Zuerst wird geröntgt – natürlich nicht wirklich. Ein silberfarbener Kasten stellt das Röntgengerät dar, in das die Patienten hineingelegt werden. Aufnahmen liegen schon bereit und werden passend ausgewählt. „Siehst du“, sagt Dr. Christina Salehin und zeigt auf die Aufnahme, „Schnuffelnase hat eine Sicherheitsnadel verschluckt.“ Der Arm von Lynns Teddy dagegen muss geschient werden. Die Kinder werden mit Haube, Mundschutz und Handschuhen ausgestattet, kichern und sind entsprechend begeistert. Dann können sie ihre Kuscheltiere verbinden.

Draußen im Hof des Krankenhauses klettert die zweite Gruppe inzwischen in den Rettungswagen. Daniel Schmitz von Johanniter-Rettungsdienst zeigt ihnen, wo die Pflaster liegen und wie man Blutdruck misst. Auch das mit Blaulicht ausgestattete Motorrad weckt Bewunderung.

Die dritte Gruppe stattet derweil der Kardiologie des Bethesda einen Besuch ab. Dort wartet Chefarzt Dr. Carsten Stoepel auf sie. Die Kinder drängen sich aufgeregt um eine Liege, neben der ein Ultraschallgerät steht. Nacheinander legen sie sich darauf und lassen sich mittels Ultraschall untersuchten. Auf dem Bildschirm erscheint ihr Herz. Die Kinder sind begeistert. „Es sieht aus wie ein Gummibärchen“, strahlt ein Fünfjähriger. Aber auch andere Organe wie die Leber erkennen sie schnell wieder.

Zwei Stunden lang sind die Kinder mit ihren Kuscheltieren unter dem Arm im Krankenhaus, in dem viele ihrer Eltern arbeiten, unterwegs. Hinterher steht für sie fest: Vor dem Krankenhaus muss man keine Angst haben.

(Report Anzeigenblatt)